Was bedeutet Prophylaxe in der Zahnmedizin?
Die beste Zahnversorgung ist die Vorsorge, denn gesunde Zähne erhalten die Gesundheit.
Mundgeruch, blutendes Zahnfleisch, schlechter Geschmack, Zahnempfindlichkeiten oder Zahnbeweglichkeiten sind Zeichen, die Sie selbst frühzeitig wahrnehmen können.
Dahinter können sich die ersten Anzeichen für Karies oder Zahnbetterkrankungen verbergen.
Bei der professionellen Zahnreinigung unterstützen wir Ihre häusliche Mundhygiene und können frühzeitig Veränderungen im Mundmilieu erkennen.
Hierbei nutzen wir das Konzept der„ Soloprophylaxe“ www.solo-med.de, bei der jeder Zahn einzeln bedacht wird, um im Kollektiv zu glänzen um es individuell Ihrer Mundsituation anzupassen.
Neben der zahnärztlichen Kontrolle ist diese spezielle Zahnreinigung hallbjährlich für jeden als Refreshing sinnvoll.
Wenn bei Ihnen eine Zahnbetterkrankung (Parodontitis) besteht, ist die Parodontitisbegleittherapie in engeren Recall erforderlich.
Chronische Entzündungen der Mundhöhle zählen zu den am weitesten verbreiteten Erkrankungen überhaupt. Dabei zeigen die potentiellen Zusammenhänge mit Allgemeinerkrankungen die Komplexität dieser stoffwechselassoziierten Infektionskrankheit.
Die zahnärztliche Therapie der parodontalen Erkrankung senkt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Schwangerschaftskomplikationen, Diabetes mellitus und obstruktive Atemwegserkrankungen.
Bei der ganzheitlichen Betrachtung und Therapie dieser entzündlichen Infektionskrankheit spielt die fachübergreifende Zusammenarbeit eine entscheidende Rolle.
Neben der regelmäßigen zahnärztlichen PROPHYLAXE wird durch eine gesunde Lebensführung - Umstellung der Ernährung, orthomolekulare Unterstützung, Raucherentwöhnung, Vermeidung schädlicher Belastungen, Schwermetallausleitung und die Darmsanierung - zur Stabilisierung des Immunsystems auch langfristig der Parodontale Zustand stabilisiert und die Entzündung kann ausheilen. Die Langzeitprognose ist durch bestehende genetische Vorbelastung oder Immundefekte entsprechend reduziert. Umso mehr bedingt es die interdisziplinäre Zusammenarbeit in Netzwerken.
In diesem gemeinsamen Vorgehen tragen Sie als Patient die Hauptverantwortung für Ihre Gesundheit durch die Einhaltung des Biorhythmus, regelmäßige Bewegung an frischer Luft, sowie eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
Was verstehen wir unter Professioneller Zahnreinigung?
Wenn wir die Zusammenhänge von Hygiene und Gesundheit verstanden haben, dann ist der Schritt in die Mundhöhle unvermeidbar. Hier ist die größte Körperöffnung. Hier treffen Außen und Innen im kontinuierlichen Austausch aufeinander. Ein Ähnliches Austauschsystem zeigen unsere Haut und die Atmung. Die natürliche Schutzschicht der Haut und der Schleimhäute und deren mikrobiologischem Mikrokosmos ist mit Aufmerksamkeit und Vorsicht zu begegnen.
Gerne sind wir die PutzFEEN, die mit der Lupe, die unzugänglichen Ecken beleuchten. Zusammen sind wir ein super Team und lernen voneinander. Was zur liebegewonnenen Routine wird, bekommt einen Automatismus und wird zur Selbstverständlichkeit.
Bakterielle Beläge können auf die Dauer selbst an den besten Zähnen Schäden anrichten und umgekehrt kann die regelmäßige, vollständige Entfernung dieser Beläge selbst dem schlechtesten Zahn und das empfindlichste Zahnfleisch gesund erhalten.
In jedem Alter ist daher eine individuelle Prophylaxe für die Freude an der Zahnpflege wichtig. Besonders, wenn die mechanische Geschicklichkeit eingeschränkt ist oder nachlässt, benötigen wir Unterstützung von Aussen. Manchmal bedarf es einer Korrektur im Umgang mit einer elektrischen Zahnbürste oder der Zahnseide.
Karies und Zahnfleischentzündungen beginnen meist zwischen den Zähnen. Dies liegt daran, dass die Zahnbürste in diesem Bereich nicht ausreichend vordringen kann. Dafür hat sich die Zahnseide als wirkungsvolles Instrument erwiesen. Die Anwendung von Zwischenraumbürsten ist ein zusätzliches Hilfsmittel im häuslichen Reinigungsprozess.
Füllungen und Zahnersatz - wie Kronen und Brücken - erfordern mehr Aufmerksamkeit in der häuslichen Pflege. Hierzu bedarf es der Aufklärung, der Übung und der Kontrolle.
Implantate stellen eine segensreiche und wissenschaftlich gesicherte Methode dar, fehlende Zähne zu ersetzen. Diese bedürfen jedoch einer regelmäßigen professionellen Reinigung in den unzugänglichen Zahnfleischrandbereichen.
Die optimale häusliche Mundpflege sollte in jedem Fall professionell unterstützt und dabei den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Zudem ist die professionelle Kontrolle eine Sicherheit für Ihre Körperwahrnehmung in diesem wichtigen Bereich.
- Verbesserung der Mundhygienefähigkeit (defekte Füllungen, überstehende Füllungsränder und Kronenränder)
- regelmäßige professionelle Reinigung, Politur, Schmelzhärtung
- Früherkennung von Karies und Zahnfleischentzündung als Warnsignal des Körpers
- Stärkung des Zahnfleisches und der Mundflora durch Mundöle und Kokosöl
- Therapiebegleitende Prophylaxe bei parodontalen Erkrankungen
- Photodynamische Lasertherapie
- Beratung zur gesunden Lebensführung und Ernährung
- Unterstützung der häuslichen Mundhygiene
Betreuung in der Schwangerschaft
Gesunde Zähne fangen im Bauch an.
In der Schwangerschaft sollte die werdende Mutter besonders auf ihren Körper, Hygiene, gesunde Ernährung und ausreichende Trinkmenge achten. Denn das wachsende Leben nimmt alles im gleichen Maße auf.
Bereits in der sechsten bis achten Schwangerschaftswoche entwickeln sich die Milchzähne beim Embryo. Dann bilden sich schon Zahnleisten, aus denen die Keimanlagen für die Milchzähne und später nachwachsende bleibende Zähne entstehen.
Die Hormonumstellung in Ihrem Körper wirkt sich auch auf ihr Zahnfleisch aus. Es ist kräftiger durchblutet und Zahnbelag kann zu einer Schwangerschaftsgingivitis führen.
Deshalb sollten sie besonderen Wert auf ihre Mundhygiene legen.
Wir empfehlen Ihnen zu Beginn und im letzten Schwangerschaftsdrittel die professionelle Zahnreinigung. Forschungen zeigen einen direkten Zusammenhang zwischen parodontalen Erkrankungen und dem erhöhten Risiko für Schwangerschaftsprobleme und Frühgeburten.
VORSICHT: Beim Erbrechen gelangt Magensäure in den Mund, die ihre Zähne an der Oberfläche entkalkt. Deshalb sollten Sie mit dem Zähneputzen mindestens eine halbe Stunde warten.
Dies gilt auch beim Genuss saurer Säfte oder Obst und Salaten.
Vor einer geplanten Schwangerschaft die Kontrolle beim Zahnarzt nicht vergessen.
Zahnschmerzen oder aufwendige Reparaturen in der Schwangerschaft sind für Mutter und Kind eine Belastung. Eine Behandlung ist bei Bedarf auch mit Anästhesie möglich, um die körperliche Auswirkung der Schmerzreaktion zu reduzieren.
Um eine Schwermetallbelastung des Neuankömmlings zu vermeiden, ist es ratsam alle Amalgamfüllungen bei der Mutter lange vor der Schwangerschaft zu entfernen. Schwermetallbelastungen bei Neugeborenen schwächen das Immunsystem. Infektanfälligkeit, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien werden in diesem Zusammenhang deutlich mehr Angriffsfläche finden.
Erst vor ein paar Jahren entdeckten Wissenschaftler, dass alle Kinder ohne Karieskeime auf die Welt kommen. Da Karies eine Infektionskrankheit ist, werden die Keime unbewusst von Ihnen als Eltern übertragen. Das heißt, je besser Ihre Mundgesundheit ist, desto länger kann das Mundsystem Ihres Kindes gesund bleiben.
Mit dem ersten Zahn beginnt die Möglichkeit zur Belagbildung. Allerdings ist der hohe Speichelfluss Ihres Kindes ein guter Schutzfilm für die Zähne. Beginnen Sie jetzt mit der Zahnpflege nur mit einer Babyzahnbürste. Spezielle Kinderzahnpaste sollten Sie erst ab dem dritten Lebensjahr in geringster Menge benutzen. Für die Kleinsten hilft der Beißring mit Zahnborsten beim Zahndurchbruch.
Früherkennung von Karies und Parodontitis
In den letzten Jahren sind durch Aufklärung und Bewußtwerdung die Haupterkrankungen der Zähne und die erforschten Ursachen bekannt.
Parodontitis und Karies sind Infektionskrankheiten, die durch Bakterien verursacht werden. Besonders heimtückisch ist, dass sie zunächst keine Schmerzen verursachen. Durch Früherkennung und Aufklärung kann dem Verlust von Zahnhartsubstanz und Kieferknochen vorgebeugt werden.
Aber die bakterielle Besiedlung birgt wesentlich mehr Risiken als den Abbau von Kieferknochen. In wissenschaftlichen Studien wurden Zusammenhänge zu Allgemeinerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, bakteriellen Lungen- und Nierenerkrankungen gefunden.
Parodontitis erhöht das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall und Frühgeburten.
Kinder- und Jugendprophylaxe
Die Überwachung der Mundgesundheit beginnt nicht erst mit dem ersten Zahn.
Bereits die werdende Mutter sollte über vorbeugende Maßnahmen aufgeklärt sein.
Je gesünder die Mutter desto besser geht es Ihrem Kind.
Die Zahn-, Mund- und Kieferentwicklung hängt eng mit der sprachlichen und körperlichen Entwicklung Ihres Kindes zusammen.
Die frühe Kariesrisikobestimmung gibt Hinweise auf bakterielle Belastungen und die Abwehrkraft Ihres Kindes. Kieferfehlstellungen können im Wachstum leichter behandelt werden und deren Korrektur positiv auf die gesamte skelettale Entwicklung Einfluss nehmen. Spielerisch möchten wir Ihre Kinder an die wichtige Rolle ihrer Zähne und ihre eigene Verantwortung dabei heranführen.
Erlernen der Zahnputztechnik
Bereits mit dem ersten Zahn sollte eine Form der Zahnputztechnik angewandt werden. Vom Beissring mit integrierter Bürste bis hin zur elektrischen Kinderzahnbürste steht neben der Säuberung der Zahnflächen auch die Massage des Zahnfleisches an. Durch bildhafte Erklärungen soll ihr Kind das Bewusstsein für die Mund und Körperhygiene spielerisch erlernen.
Versiegelung gefährdeter Zähne
Warum sollte individuell über eine Versiegelung der Zähne gesprochen werden?
Die Kariesanfälligkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Anamnese von Mutter und Kind sollte eine Rolle spielen. Die Ernährungsweise und die Lebensumstände und die Möglichkeit zur Mundhygiene. Die individuelle Form und Beschaffenheit der Zähne und damit die strukturbedingte Kariesgefahr.
Die Zähne, welche den meisten Belastungen beim Kauen unterliegen, nämlich die großen Backenzähne brechen im Alter zwischen 5-6 Jahren durch und ergänzen das bisher vorhanden Milchgebiss (20 Zähne).
Diese Zähne haben oft tiefe Rillen, wie die Einziehungen oder Täler auf Berglandschaften einer Landkarte. In diesen Rillen ( Fissuren ) kann leicht die erste Caries entstehen. Deshalb empfiehlt es sich bei gefährdeten Zähnen eine Versiegelung dieser Schmutzrillen vorzunehmen. Dabei wird nach Ätzung der Schmelzoberfläche ein dünner Kunststofflack in den Fissuren verfestigt, um eine glatte Oberfläche des Zahnes zu erreichen.
Durch die anschließende lokale Fluoridierung wird die Remineralisation der angeätzten Oberfläche erreicht. Alternativ kann dies über Tooth Mousse, einer Paste aus bioverfügbarem Calzium und Phosphat erfolgen.
Wie lange hält diese Versiegelung?
Sie kann lebenslang halten, wenn der Verbund zur Zahnoberfläche gelungen ist, das heißt keine Flüssigkeit ( Speichel ) den Materialverbund beeinträchtigt oder durch spätere Caries erweicht.
In welchem Alter sollte die Maßnahme erfolgen?
Mit dem Durchbruch der ersten Molaren zwischen 6. und 7. Lebensjahr.
Und beim Durchbruch der zweiten Molaren zwischen 12-14. Lebensjahr.
Im Erwachsenenalter können auch Weisheitszähne der kleinen Backenzähne versiegelt werden. An diesen Zähnen werden die Kosten nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Können auch Milchzähne versiegelt werden?
Bei starker Kariesanfälligkeit kann es im Einzelfall sinnvoll sein auch die Milchzähne zu versiegeln.
Terminvereinbarung
Termine zur Zahnreinigung und ganzheitlichen Beratung können gerne über unser Kontaktformular oder per E-Mail an info@zahnarztpraxis-erding.com erfragt werden.
Prophylaxe-Termine sind Montag bis Mittwoch von 9:00 bis 12:00 möglich. Termine für Beratung können auch außerhalb dieser Zeiten per Zoom-Call oder telefonisch erfolgen.